LucasArts und die Maus-Steuerung

Nachdem 1984 das erste Grafik-Adventure veröffentlicht wurde, erfolgte 1986 eine große Revolution. Activison und Deja Vu ermöglichten es den Spielern von "Murder on the Mississippi", das Adventure komplett ohne Tastatur zu genießen. Davor war das Eingabemedium unverzichtbar, da die Befehle alle selbst geschrieben werden mussten. Doch mit diesem Meilenstein wurde es den Spielern erstmals ermöglicht, über das Point-and-Click-Prinzip die Spielfigur durch das Abenteuer zu leiten. Hierzu verwendeten sie die Maus und gaben die Befehle über das direkte Klicken auf das gewünschte Ziel. Doch die Beliebtheit hielt sich zunächst in Grenzen.
Im selben Jahr veröffentlichte Lucasfilm Games (inzwischen LucasArts) das Spiel "Labyrinth", ihr erstes Adventure, welches bereits Ansätze vom späteren SCUMM-System aufwies. Erst 1987 fand das Point-and-Click-Konzept viele Anhänger. Auslöser dafür war die Veröffentlichung des bekannten Klassikers "Maniac Mansion" durch Lucasfilm Games. Dieses Spiel prägte den Namen des SCUMM-Systems, welches ausgeschrieben: "Script Creation Utility for Maniac Mansion" bedeutet. Alle darauffolgenden Adventure-Games des Entwicklers basierten auf diesem System, welches stetig weiterentwickelt wurde. Die Steuerung erfolgte nun komplett ohne Tastatureingabe. Anstatt den Charakter mit den Pfeiltasten durch die grafische Umgebung zu steuern, wurde dies nun mit einfachen Klicks mit der Maus erledigt. In einem Bildausschnitt befanden sich außerdem feste Befehle wie "Öffne", "Ziehe", "Benutze"; diese konnten mit einem Klick ausgewählt und mit einem Bildobjekt kombiniert werden, woraufhin eine animierte Aktion durchgeführt wurde.
Nach "Maniac Mansion" wurde das SCUMM-System auch für die Monkey-Island-Reihe, "Sam & Max" sowie "Zak McKracken" verwendet. Auch die bekannten Indiana-Jones-Spiele erstellte man in diesem System. Allerdings hatte Lucasfilm Games in einigen Spielen Minispiele eingefügt, die eine Tastatur benötigten, weshalb der komplette Verzicht nicht möglich war. So mussten die Spieler in den Jones-Spielen Boxkämpfe über die Tastatur bestreiten. Dennoch war das neue Steuerungssystem ein großer Erfolg. Es ergänzte sich hervorragend mit den anderen Vorzügen der genannten Spiele, wie eine interessante Geschichte, bunte Grafik sowie einen verrückten Humor.




