Japanische Adventures

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Während in Europa und den USA das Genre der Adventures auszusterben scheint, hat es in Japan noch immer einen festen Platz in der Wirtschaft. Diese Art der Computerspiele macht sogar einen Großteil aller in Japan verkauften Titel aus und sorgt für den Erfolg vieler Unternehmen und Privatentwickler. 70 Prozent aller PC-Spiele in Japan sind Adventures. Viele von ihnen sind so erfolgreich, dass die erzählte Geschichte in Romane, Hörspiele, Animes und Mangas umgesetzt und weitererzählt wird. Allerdings beschränken sie sich auf einen nationalen Erfolg. Über die Grenzen Japans hinaus sind nur wenige Titel bekannt.

Diese Art der Spiele unterscheidet sich auch spielerisch und optisch von den westlichen Produkten. Während hier ein Fokus auf Grafik und Rätsel gelegt wird, legt man im Fernen Osten Wert auf eine hervorragende Handlung. Daher gibt es auch nur wenige Point-and-Click-Grafik-Adventures, wie sie in Amerika und Europa bevorzugt werden. Stattdessen handelt es sich vorrangig um Text-Adventures, die mit Anime-Illustrationen versehen sind. Auch von den westlichen textbasierten Adventures unterscheiden sie sich. Diese waren oft mit einem Parser ausgestattet, über den die Befehle gegeben wurden; in Japan werden dem Spieler im Laufe der Handlung feste Optionen zur Verfügung gestellt, zwischen denen er sich entscheiden kann. Dadurch wird der weitere Spielverlauf beeinflusst, allerdings nach festen Parametern. Nur selten darf der Spieler selbst entscheiden, an welchen Ort er als Nächstes reist oder mit wem er sprechen will.

Wegen ihrer strikten Erzählweise, die an Bücher erinnert, werden die klassischen Japan-Adventures auch als interaktive Romane oder "Interactive Fiction" bezeichnet. Ein interessantes Merkmal ist des Weiteren, dass die Geschichten häufig einen romantischen oder erotischen Aspekt besitzen. Allerdings gibt es auch Spiele, die an ihre westlichen Gegenstücke erinnern. Sie werden über das Point-and-Click-Prinzip gesteuert und beinhalten eine komplette Grafikoberfläche, durch die der Spieler seine Figur bewegt. In diesen japanischen Adventure-Games finden sich auch Rätsel- und Puzzle-Parts.

Dieser Beitrag wurde von Oliver Schmid geschrieben

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